Soester Vaterlandsallegorien
 
Ein postkonzeptuelles Kunstprojekt im Museum Morgner-Haus 
vom 13.11 2009 bis zum 10.01 2010
Anhand zuvor von Soester Bürgerinnen und Bürgern eingereichter Unterlagen (zu denen ein Passfoto, ein Medienbild das der persönlichen Auffassung von Vaterland entspricht, und eine kurze Begründung gehören), fertige ich, nach einem eingehenden Gespräch, ein Bild nach dem lebenden Modell. 
In diesem fließen die Individualität des Modells und meine Subjektivität als Gegenüber und Künstlerin zusammen in einem Bildnis, das in seinem Allgemeingültigkeitsanspruch den klassischen Allegorien naherückt. 
Anders als in der altväterlichen und biederen Gemäldegattung der klassischen Allegorie jedoch, kommt hier ein heterogenes Mosaik zum Ausdruck, das den alten und häufig missbrauchten Vaterlandsbegriff kritisch, utopisch, biographisch, aber auch witzig und ironisch umdeutet.
Im weiteren Sinne handelt es sich um ein konzeptuelles Projekt, das sich in Malerei niederschlägt und über die Thematik des Vaterlandsdiskurses der Frage nach dem Verhältnis von Bild und Wirklichkeit nachgeht. 
Braucht es tatsächlich, wie es unserer tiefsten westlichen Überzeugung entspricht, zuerst eine
urbildliche Wirklichkeit, damit ein Abbild entstehen kann? Kann der Prozess nicht auch in umgekehrter Reihenfolge verlaufen? 
Können Bilder wie Simulakren agieren und Kopien einer Realität sein, die es nicht gibt, die vielmehr erst durch sie, die Simulakren, die Bilder, entsteht?
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